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1973

Die Zwischenorganisatorischen Verbindungen

auf der Suche nach einen neuen Stil

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Published in: Die Neue Offene Gesellschaft: Ein Seminar zum Studium der zukünftigen Funktionen im Rahmen dees Gesamtkomplexes internationaler Verbände (a seminar in Milan of the Verband Internationaler Vereinigungen). Brussels, UIA, 1973, pp. 161-182. Also English, Français, Nederlands, Espagnol, Italiano
I. Art der Versammlung
II. Gemeinsamliche Einrichtungen -- Vorschlag  zu den "Transnationalen  Zentren"
III. Information und Kommunikation -- Probleme und einige Vorschläge
IV. Neue Organisationsformen -- Das Koordinierungsproblem
V. Veränderungen im Regierungssekretariat
VI. Rechtliche Anerkennung von Internationalen, Nichtstaatlichen Organisationen
VII. Soziale Anerkennung

Wenn man die praktischen Veränderungen in bezug auf die künftigen Aufgabengebiete der Organisationen klarstellen will, muss man die folgenden Punkte im Auge behalten (Siehe Transnationale Handlungsprinzipien):

  1. Eine bedeutende Umstrukturierung der bestehenden Verbindungen unter den Organisationen wird natürlich nicht möglich sein, wenn sie von der nächsten bedeutenden sozialen Krise katalysiert wird.
  2. Eine Konzentration der der Organisation zur Verfügung stehenden Mittel ist bestimmt wünschenswert, doch darf sie nicht die zentralisierte Koordinierung bedeuten.
  3. Immer wo möglich, sollten die organisierten Verbindungen durch Informationsverbindungen ersetzt werden.
  4. Der Einsatz in Form von Teilnahme an der Programmgestaltung müsste durch den Rückhalt zur Ausführung dieser Programme ersetzt werden.
  5. Das starre Gefüge der Organisationen sollte durch eine Organisationsschmiegsamkeit ersetzt werden.
  6. Man sollte den sozialen Realitäten mehr Gewicht beimessen, als den verwaltungstechnischen und rechtlichen abstrakten Fragen.
  7. Die Versammlungen in denen die ONG-Vertreter tagen, dürfen nicht mehr so angesehen werden, als ob man in der Plenarsitzung zu einer übereinstimmung kommen müsste, weil sehr selten ein Abgeordneter einen Auftrag von seiner ONG bekommt, sie in einer ganz bestimmten Sache zu vertreten. Auf dieser Grundlage können die folgenden Vorschläge im Hinblick auf künftige Aktionen gemacht werden.

I. Art der Versammlung

Vorschlag: "Zusammengesetzter Kongress" (Siehe "Associations Internationales", 1971, 6, S. 354-359.)

Es ist immer mehr üblich, die Versammlungen der Gruppen und Kommissionen gleichlaufend mit denen der Versammlungen der Organisationsabgeordneten abzuhalten, die sich über mehrere Tage hinziehen. Zur Zeit sind diese Gruppen Teil einer einfachen Kongress-Struktur, die durch ein Ausschusskomitee vertreten wird und deren Handeln in bezug auf Verfahrensfragen vorbestimmt ist. Dieses Handeln erleichtert keineswegs die offiziellen und nicht vorher abgesprochenen Kontakte zwischen den Abgeordneten der Organisationen, die den Kongressen beiwohnen. Allgemein gesprochen kann man heute sagen, dass Kontakte dieser Art oft die fruchtbarsten Ergebnisse aus den ganzen Kongressgeschehen grosser Versammlungen hervorbringen.

Zur relativ einfachen Veränderung der Vorschriften, dabei eine "massive Strukturenorganisation" der Organisationen untereinander ausgeklammert, könnte man erwägen, an gleichem Ort und in demselben Zeitraum mehrere Delegiertenversammlungen der Organisationen gleichzeitig abzuhalten, und nicht zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten. Mit anderen Worten, wenn das Verfahren nicht ein bestimmtes Gesicht bekommt, ist es auch nicht möglich, dass sie Sitzungen und Versammlungen der verschiedenen Kongressgruppen im gleichen Raum des Gebäudes stattfinden können, wie es für gewöhnlich für die Gruppensitzungen eines gleichen Kongresses üblich ist, d.h. in benachbarten Sitzungsälen, doch mit gemeinsamen Empfangshallen und einem gemeinsamen Raum, wo die Erfrischungen eingenommen werden.

Das einzige notwendige Verbindungsglied zwischen den Kongressen wäre der Kontakt, der dann von der Vorliebe der Räumlichkeiten abhängt. Dies würde zahlreiche politische Probleme vermeiden, die normalerweise während eines jeden ähnlichen Zusammentreffens auftauchen. Ein "vielschichtiger Kongress" dieser Art scheint ein passendes Mittel, um die Kontakte zu erleichtern zwischen:

Vorteile

1) Diese Form des Handelns erhöht die offiziellen Kontakte der Abgeordneten der Organisationen, ohne die offiziellen Verbindungen zu gefährden, oder irgendwelche Verfahrenseinschränkungen aufzuerlegen. Solche Kontakte bilden auch eine sehr wirksame Methode zum Informationenaustausch, und sie tragen zu besserer Zusammenarbeit ad hoc unter den kleinen Gruppen der Organisationen auf gemeinsamen spezifischen Interessengebieten bei. Sie lösen eine Art von Eigenkoordinierung aus.

2) Die Abgeordneten, die den Versammlungen oder Sitzungen dieser Organisationsgruppe beiwohnen, haben die Möglichkeit, an Sitzungen freier Gruppen eines jeden gleichzeitig stattfindenden Kongresses teilzunehmen. Denselben Abgeordneten, die oft für die Kontakte ihrer Organisation mit den verschiedenen Kongressen verantwortlich sind, wird damit ihre Aufgabe erheblich erleichtert.

3) In bestimmten Fällen, wo es zu Wiederholungen desselben Themas kommt (z.B. bestimmte Vorträge über die Entwicklung, die Umwelt, den Frieden etc.) könnten diese vermieden werden. Die Abgeordneten könnten so einer gemeinsamen Sitzung beiwohnen. Dies würde eine eindeutige Einsparung der Mittel bedeuten.

4) Die Abgeordneten von weit entlegenen Ländern können ihren Teilnahmeunkostenbeitrag für die verschiedenen Kongresse einsparen, für die sie ihre Organisation angemeldet hat. Dies ist besonders im Falle von Abgeordneten aus Entwicklungsländern wichtig.

5) Sitzungen über spezielle Probleme, die keinerlei Belang auf die besonderen Themen des offiziellen Kongresses haben, können ebenfalls im gleichen Rahmen und zur gleichen Zeit organisiert werden. Diese Möglichkeit gibt den "vielschichtigen Kongressen" die Gelegenheit andere Probleme mit den Abgeordneten anderer Organisationen zu behandeln. Der "vielschichtige Kongress" ist ein Forum, oder der Ort, wo die Organisationen alles was Kommunikation und Dynamismus betrifft, untereinander austauschen können.

6) Die Mitglieder regierungsabhängiger Kreise würden auch feststellen, dass die vielschichtigen Kongresse sehr viele passende Möglichkeiten zur Schaffung von Kontakten mit den internationalen regierungsunabhängigen Organen ermöglichen würden, ohne die starren Formen.

7) Neue Kongresse könnten organisiert werden, die im selben generellen Rahmen zusammentreten würden (d.h. für die Organisationen, die mit regierungsabhängigen Instanzen in Verbindung stehen, für die es keinen Kongress gibt). Es wäre vielleicht sogar interessant, sogen. "Audio"Sitzungen zu veranstalten zwischen den regierungsabhängigen Organisationen und der ONG.

Beispiel

Eine bestimmte Anzahl internationaler Organisationen hält einen Kongress ab, bei dem sich die weniger wichtigen Organisationen treffen. Vielleicht könnte man hier als bestes Beispiel den Jahreskongress der amerikanischen Gesellschaft für den wissenschaftlichen Fortschritt (American Association for the Advancement of Science) nennen, während dem 39 andere Organisationen (1971) gleichzeitig getagt hatten. Mehrere 10.000 Wissenschaftler schrieben sich da für einige der insgesamt 150 Sitzungen, die 49 fortlaufenden Themen gewidmet waren, ein. Ca. 700 Gespräche kamen zustande. In diesem Zusammenhang ergriffen internationale Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft während dieser grossen Versammlung das Wort.

II. Gemeinsamliche Einrichtungen -- Vorschlag zu den "Transnationalen Zentren"

Ob man nun in den Hauptstädten entwickelter, oder sich in der Entwicklung befindlicher Staaten ist, die Büros der internationalen nichtstaatlichen Organisationen liegen für gewöhnlich so verstreut, dass ein direkter Kontakt zwischen den Verantworlichen der Organisationen selten zustande kommt. Sie verfügen auch oft nur über schlechte Räumlichkeiten und wenig Einrichtung.

In einigen Städten, insbesondere in New York, Genf und Paris, sind einige Organisationen zusammen in ein und demselben Bürogebäude untergebracht. Sie können also, wenn sie wollen, die Konferenzräume, das Restaurant, den Empfang, die Bibliothek, etc. teilen. Dies ist eine sehr gute Anregung für die vorbildliche Einrichtung der Zukunft.

Es scheint ein starker Hang zum Bau solcher "transnationalen Zentren" zu bestehen und zur Entwicklung verwaltungstechnischer Praktiken, um sich bestimmte Einrichtungen und Räumlichkeiten wirtschaftlich günstig zu teilen.

Vorteil

1) Solche Zentren geben die Sicherheit, dass in Grossstädten eine Konzentration von international orientiertem Fachwissen vorhanden ist - einer "kritischen Masse" von Menschen, deren Zusammenarbeit neue Programmkonzepte entstehen lässt und die als Magnet ungenutzter Quellen wirksam ist.

Wie im Falle der "Multitreffen" wird von den Organisationen, die sich Büroräume gemeinsam teilen, nicht erwartet, dass sie offiziell etwas miteinander zu tun haben. Zwangloser Kontakt wird jedoch verstärkt, so dass wann immer benötigt eine fruchtbare Zusammenarbeit entstehen kann.

2) Es gibt keinen Grund, dieses System der Büroteilung auf regierungsunabhängige Körperschaften zu beschränken. Dasselbe Zentrum könnte auch ebenso Organisationen wie die UN und die UN-Informationsagenturen, und die in den Entwicklungsländern sich befindlichen UN-Vertretungen, die für die Koordinierung internationaler Betätigung auf der Basis der einzelnen Länder zuständig sind, dort unterbringen, die sonst häufig überall verstreut sind. Dies würde die OIGund OING-Zusammenarbeit erleichtern und würde garantieren, dass optimaler Gebrauch der UN-Informationen gemacht würde, insbesondere wenn ein Bibliothekdienst der OING eingerichtet werden sollte. Dieser Versuch würde dazu beitragen, dass die Informationsstellen besser ausgenutzt würden und nicht mehr, wie augenblicklich, wirkungslos bleiben.

3) Das transnationale Hauptkonzept ist besonders deshalb interessant, weil die Arbeitskonzentrierung die Schaffung neuer Körperschaften, die es bisher in bestimmten Ländern nicht gibt, erleichtern würde (z.B. die Errichtung eines Informationsbüros der Vereinten Nationen in Entwicklungsländern), die ohne eine Umgebung, die ihre Arbeit unterstützt, sich schwerlich halten könnte.

4) Ein breit angelegtes Dienststellensystem könnte in verschiedenster Art und Weise ausgenutzt werden; ebenso würde es einigen Organisationen die keine gangtäzige ständige Unterbringung benötigen, so z.B.:

5) Einige dieser Diensstellen könnten unter der wohlbewährten "kooperativen Formel" geleitet werden. Es ist hier wichtig zu erwähnen, dass je mehr Dienststellen die Organisationen für gemeinsame Inanspruchnahme zusammenlegen können, desto mehr werden ihre Ausgaben verringert werden und Splitterfonds des Geschäftsbereiches in die Kooperationen selbst fliessen, so wie die gemeinsamen Gewinne der gesamten ONGGruppe zugute kommen (z.B. im Falle, wo die ONG's Gelder für die Cafeteria/Restaurant ausgeben). Es gibt keinen Grund, weshalb kooperative Verbindungen nicht auch die Grundlage zahlreicher anderer Dienstleistungen sein können, so z.B.:

6) Es gibt auch keinen Grund, weshalb die Zentren als Genossenschaft nicht mit anderen transnationalen Zentren in anderen Ländern Abkommen treffen sollten, und zwar:

7) Eine ganz besonders nützliche Einrichtung für die Erleichterung von Kontakten und der Programmkoordinierung zwischen den Teams in Entwicklungsländern, die sich um internationale Hilfe für dieses Land bemühen, scheint das transnationale Zentrum zu sein.

8) Es ist für die breite öffentlichkeit ein sichtbares Symbol internationalen Handelns. So können ständige Ausstellungen, Filmvorführungen, die der öffentlichkeit zugängliche international orientierte Bibliotheken, ihr Interesse in nützlicher Weise für die Entwicklungsländer und die schon entwickelten Länder wecken. Die Führung in dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York und in Genf können einen sehr interessanten Einfluss auf das Denken der Menschen haben. Eine ähnliche Einrichtung in anderen Ländern könnte sich ebenfalls als sehr nützlich erweisen, insbesondere für Menschen, die sich für internationales Handeln interessieren, bei dem sie direkt teilhaben können.

Beispiel

Als bestes Beispiel für ein internationales Zentrum kann man wohl das "Centre International Varembé" gerade gegenüber dem Palais der Vereinten Nationen in Genf, in dem ca. 20 internationale Organisationen ihre Büros haben, nennen. Es wurde jedoch kaum der Versuch gemacht, die Räumlichkeiten (Konferenzraüme, etc.) oder Einrichtungen unter sich zu teilen und daraus ein Zentrum zwanglosen freien Kontaktes innerhalb des Komplexes der UN zu machen. Noch bezeichnender für die Zunkunft ist das Netz von Welthandelszentren, das nun errichtet wird (schon gebaut in New York, Tokio, New Orleans, Seoul, Wellington, Brüssel; noch zu bauen in London, Madrid; geplant in Amsterdam, Rotterdam, Neu Dehli, Paris, Singapur, Antwerpen). Doch dem The Economist vom 12. Februar 1972 zufolge wissen nur wenige Geschäftsleute und Regierungspersonen, was ein Welthandelszentrum überhaupt ist, und noch weniger haben eine Meinung darüber, ob dies zu begrüssen sei.

Nach dem The Economist ist die ganze Sache sehr einfach. Durch die Konzentrierung von Handelseinrichtungen an einer einzigen Stelle können Zeit und Geld gespart werden. Die Zentren geben Büroraum, Ausstellungsmöglichkeiten, Konferenzräume, untergeordnete Dienststellen wie Poststelle, Fernschreibraum, Sekretariatsdienst etc. Einige haben die Hotelund Unterhaltungsräume gleich dabei. Die ideale Vorstellung ist es, alle Welthandelszentren mit direktem Telefon und mit Fernsehmonitoren zu verbinden, damit Konferenzen in mehreren Zentren gleichzeitig abgehalten werden können. Eine Weltdatenbank für Handel und Informationszweck mit sofortigen Informations-outputs wird über einen Satellit jedem von ihnen zugänglich sein. Solche Pläne werden augenblicklich von dem Verband für Welthandelszentren ausgearbeitet.

Es kann als dringend notwendig angesehen werden, dass der Konzentrierung und der Verbindung solcher Einrichtungen untereinander zum Nutzen der multinationalen Geschäftsunternehmen ein dazu gleichlaufendes Netz entgegengesetzt wird, um die Verwirklichung der internationalen Programme der freiwilligen und regierungsabhängigen Körperschaften zu erleichtern.

III. Information und Kommunikation -- Probleme und einige Vorschläge

Schon aus ihrer Bezeichnung ergibt sich, dass internationale Organisationen über sehr grosse Distanzen hin sich verständigen müssen. Dabei ist es für die Organisation lebenswichtig (ebenso für ihre Programme), dass dieses Kommunikationssystem wirksam ist. Doch die damit verbundenen "Entfernungen" sind nicht nur direkter Art. Es gibt mehrere Kommunikationsbarrieren, die wie folgt zusammengefasst werden können:

geographische Entfernung, hauptsächlich das Komunikationsproblem unter Büros derselben Organisation in verschiedenen Kontinenten und Regionen (es kann Postverzögerungen bis zu mehreren Monaten geben, wenn die Korrespondenz per Schiff geschickt wurde).

Bedeutenden Zuwachs an Wirksamkeit könnte durch die Einführung von subventionierten Hilfsdiensten erreicht werden, so z.B. könnten die Kosten einer direkten Telefonlinie zwischen den transnationalen Zentren in New York, Genf, Bangkok und Nairobi (interessantes Vorbild ist dabei das WATS-System in den USA, eine Art Fernsprechtarifsystem) unterstützt werden. Auch könnten Fernsprechlinien eingerichtet werden. Die Unterhaltungskosten dieser Linien würden sowieso sehr weit gesenkt werden können, wenn die Organisationen den selben Telexdienst in einem transnationalen Zentrum benutzten.

Zugangsbeschränkungen, insbesondere was den subventionierten Informationsdienst anlangt (seien es Telefonoder Datenzentren), d.h. nur eine bestimmte kleine Gruppe von Personen, die diese Einrichtung benutzen dürfen. (z.B. der Datenüberprüfungsdienst des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, der nur für Regierungsvertreter gedacht ist, obgleich ein grosser Teil der Information aus nichtstaatlichen Quellen stammt).

Ein besser ausgearbeitetes Zugangsrecht muss zur Verfügung stehen.

- die ONG-Tätigkeit sollte nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt gelähmt sein, weil sie eine Person (bekannt oder unbekannt), die ein bestimmtes Programm ausgearbeitet oder einen Vortrag gehalten hat, nicht meht kontaktieren kann. Dies sollte nicht nur für Einzelkontakte, sondern auch für Sammelkontakte gelten, (z.B. sollten am Ort ansässige Personen oder Körperschaften herausgefunden werden, die vielleicht an einem Projekt mitarbeiten möchten, und man sollte eine Postversandliste zum Verteilen der Protokolle während Krisenzeiten aufstellen).

Ein erster Schritt wären vielleicht internationale Datenzentren.

Ausserdem sollte jede ONG darauf vertrauen können, dass jedes neue Problem, das in einem anderen Gebiet aufgetaucht ist und das ihren eigenen Bereich betrifft, ihr automatisch mitgeteilt wird, so dass sich die ONG um Informationen auf diesem betreffenden Gebiete, soweit es ihren Kompetenzbereich betrifft, kümmern kann.

Aufgrund des umfangreichen Fachjargons der einzelnen Gebiete und Probleme und somit der ständigen Notwendigkeit, umzulernen, sollte jede ONG wiederum sicher sein können, dass wenn neue Themen oder Probleme vom System bekanntgegeben werden, die zwar sachdienlich sind, jedoch nicht verstanden werden können (neue Erkentnisse), ihnen der Zusammenhang von Seiten des Systems mit Hilfe audiovisueller Unterrichtsmethoden klargemacht wird.

Jede ONG sollte von solchen hochqualifizierten Informationsquellen profitieren können und zwar im vollen Bewusstsein, dass die Kosten für die so verdeutlichten Probleme gerecht zwischen den ONG (die bestimmte Personengruppen oder Organisationsgruppen über etwas informieren wollen) und den Organisationen, die über ein bestimmtes Thema Bescheid wissen wollen, geteilt werden. Ausserdem sollte sie dafür sorgen, dass wenn weder die jeweilige ONG noch der einzelne Organisationskörper für eine solche Information bezahlen möchte (z.B. Körperschaften mit beschränkten Geldmitteln oder solche, die sogen. "Grenzbedeutung" haben vom Standpunkt des Nachrichtenübermittlers) die Nachricht doch weitergegeben wird, und zwar an interessierte Agenturen die wiederum andere interessierte Organe informieren können, um so den Kreis so gross wie möglich zu halten.

Man kann auf Computer basierte Informationssysteme schaffen, die diesen Informationsaustausch erleichtern. Sie müssten nicht enorm viel kosten, technisch hochqualifizierte Systeme können von vorhandenen Einrichtungen profitieren (6). Die augenblicklich geplanten oder vorgeschlagenen Systeme für die regierungsabhängigen Organisationen haben den Zugang zu diesen Systemen von regierungsunabhängigen Organen nicht eingeplant (S. z.B. die Besprechung über die UN Capacity Study. - Judge, A.J.N. International Organizations and the Generation of the Will to Change; Informationssysteme werden notwendig, Brüssel, Union of International Associations, 1970.). Daten für letztere werden jedoch gespeichert, so dass sie verteilt und benutzt werden können. Dieses System wird sich auf die Dauer nicht halten können.

Es gibt eine Menge von Gefahren, die ein besseres und wirksameres Informationssystem mit sich bringt. So z.B.:

IV. Neue Organisationsformen -- Das Koordinierungsproblem

Durch die Aufsplitterung, das Misstrauen, Duplikation, unnötiger Wettbewerb für beschränkte Mittel und bewusste oder unbewusste Opposition gegen änderungen und neue Handlungsformen, die in zunehmenderem Masse das Bild innerhalb der Organisationen prägen, wird eine neue Art sozialer Gesamtheit notwendig.

Zusammenschlüsse von Organisationen, oder sogar Gruppierungen von Einzelpersonen - die einzige mögliche Lösung für diesen unguten Zustand - werden als direkte Bedrohung für die Autonomie und die Handlungsfreiheit für die betroffenen Mitglieder betrachtet, es sei denn, die Gruppe hat eine ganz spezifische Aufgabe (wobei dann ihre Koordinierungsgewalt begrenzt bleibt). Die Mitglieder wünschen es nicht, dass man Dinge in ihrem Namen ausspricht, es sei denn, es handelt sich um ein ganz bestimmtes Problem, zu dem sie ihre Zustimmung gegeben haben.

Wäre es nicht an der Zeit zu untersuchen, ob "unbekannte Organisationen" - und sie unterscheiden sich nicht wesentlich von den schon vor Jahrhunderten gegründeten Gesellschaften und GmbH's - nicht die einzig mögliche Form sozialen Handelns sind. Es ist kaum zu glauben, dass hier die Zeit stillgestanden ist in einer Gesellschaft, die durch den ständigen Wandel auf allen Lebensgebieten gezeichnet ist.

Vorschlag zur Anwendung "potentieller" Gesellschaften

Vielleicht könnte der völlige Stillstand der innerorganisatorischen Beziehungen und die rechtliche Anerkennung solcher Gesamtheiten umgangen werden, indem ein neuer Typ einer gesellschaftlichen Gesamtheit geschaffen wird.

Ein erster Vorschlag: weshalb schaffen wir nicht eine sogenannte "potentielle Gesellschaft" (oder denken wenigstens so), was im Französischen als "Société potentielle" der "Société anonyme", einer Art Aktiengesellschaft, entgegengestellt werden könnte. Eine solche Gesellschaft hätte keine Mitglieder in dem Sinne, dass Personen sich über bestimmte Punkte einigen, oder über ein Wahlsystem in irgendeiner Weise vertreten sind. Dieses Verhältnis würde locker bleiben - beinahe unsichtbar - um jede autonome Bedrohung zu vermeiden.

Die Organe, die über die potentielle Gesellschaft zusammengebracht werden, würden in diesem Zusammenhang nur durch die Tatsache aufrechterhalten, oder genauer gesagt, hielten sich selbst aufrecht, indem sie über zentral gelegene subventionierte Dienststellen für sie relevante Informationen erhielten, sei es nun bezahlt oder unbezahlt.

Solche Zentren, von denen jedes als Sekretariat für die potentielle Gesellschaft arbeiten würde, könnten somit jede bestehende Organisationsform meistern durch die Tatsache, dass jede den Einzelpersonen oder den Organisationen zur Verfügung gestellte Information (z.B. auf Abonenntenbasis) keine Mitgliedschaft, etc. voraussetzt. Doch das Sekretariat würde auch dafür sorgen, - und hier liegt der Unterschied bei der Vielzahl der Informationsverteilungsstellen - dass jede "potentielle Gesellschaft "oder jeder "Abonnent" regelmässig und schnell über Grund und Grad der Wichtigkeit unterrichtet wird, oder dann, wenn andere Mitglieder die Absicht haben, aufgrund eines aufgetauchten Problems zu handeln, (das in das Gebiet der betreffenden potentiellen Gesellschaft fällt) und für das der Interessent sich ebenfalls vormerkte, oder zu handeln wünscht, investieren möchte etc.

Jedes Mitglied hat somit einen wöchentlich auf den neuesten Stand gebrachten überblick, über die neuen Möglichkeiten, die sich für gemeinsames Handeln auftun. Bei solchen speziellen Themen werden Kontakte zwischen Mitgliedergruppen, die sich selbst innerhalb der gesamten Gesellschaftsorganisation gefunden haben, vom Sekretariat erleichtert. Dies könnte in Form einer Liste geschehen (mit den Namen und Adressen aller Mitglieder, die dasselbe Interesse an einer Sache gezeigt haben), die an jede auf der Liste aufgeführte Person geschickt würde, oder könnte noch erweitert werden, indem eine freiwillige Kontaktperson ernannt und auf der Liste vermerkt würde. Eine so begrenzte und vorübergehend gebildete Gruppe (Siehe Alvin Toffler: "Future Shock", London 1970, S. 133 (Ephemere Organisationen) S. 340-3 Siehe auch G.P. Speeckaert "Les associations momentanées d organisations internationales. Associations Internationales, 1971, 4, S. 205-217.) könnte dann sehr unabhängig über die Art oder Form des gemeinsamen Handelns, falls dies notwendig werden sollte, (d.h. offiziell oder inoffiziell, gewinnbringend oder nicht auf Gewinn abgezielt, ausserordentliche Sitzung, Organisation, gemeinsames Schreiben, die Delegation etc.) während des Zeitraumes des gemeinsamen Interesses in diesem speziellen Gebiete entscheiden. Das zentrale Sekretariat der potentiellen Gesellschaft könnte sich so manchem als beste verwaltungsmässige Struktur erweisen, um sekretarielle Funktionen für die vorübergehend eingerichtete Spezialgruppe zu übernehmen. In anderen Fällen kann ein besonderes Sekretariat geschaffen werden.

So wird durch das Bestehen eines Zentralsekretariats die Schaffung und die Form von einer Vielzahl zeitweiliger Gruppen erleichtert, Gruppen, die sich selbst in der grossen Gruppe der eigenständigen Mitglieder geformt haben, und die nach Beendigung ihrer Mission wieder in die Gesamtgruppe zurückkehren. Ein bestimmtes Mitglied kann zu einem bestimmten Zeitpunkt ein "Mitglied" einer Zahl solcher vorübergehender Gruppen werden, mir verschiedenen Verfassungen, formellem und regierungsartigem Charakter, Fortbestehen, einem bestimmten Beständigkeitsgrad, Bindungsmacht über andere Mitglieder, Programmformen, etc. Solche spezialisierten Gruppen können normalerweise aus der Schaffung eines eigenen Informationssystems oder Verwaltungsapparates entstehen, und sie haben dann in Wirklichkeit keine weitere Verbindung mit der potentiellen Gesellschaft mehr, aus der sie emporgekommen waren. Mitglieder können dann sogar wieder eine eigene und spezialisiertere Gesellschaft gründen. In keinem Fall jedoch wird die Eigenständigkeit des Mitglieds ohne seinen ausdrücklichen Wunsch für ein bestimmtes Projekt beeinträchtigt.

Beispiele

Die potentielle Gesellschaft bedeutet eine Entwicklung, die nur um ein weniges an der augenblicklichen Handhabung vorbeight. Dies ist ermutigend, denn es zeigt, dass die Umsetzung in die Praxis nicht durch die Tatsache, dass es sich um eine Neuheit handelt, gefährdet wird. Eine damit verbundene organisatorische Massnahme ist u.a. das Ad-hoc-Komittee und die Arbeitsgruppe, sind "missionsorientierte" Arbeitsausschüsse in komplexen Organisationen, um die Zusammenarbeit über die Gerichtsbarkeitsgrenzen hinweg durchsetzen, (dies ist z.B. stark entwikkelt in der Internationalen Telefonund Telegraphengesellschaft), Fachkollege, die incognito tagen, Kontaktgruppen für Naturkatastrophen oder Krisen, Gruppen für Lebensfragen, die Menschen, die sich zu einem gewissen Zeitpunkt in einer bestimmten Problemphase befinden, für Arbeitsgruppen der ONG's mit konsultativem Status mit der ECOSOC.

Der immer stärker zum Ausdruck gebrachte Wunsch der ONG's, für Beratung in speziellen Fragen einen neuen Weg zu finden, und zwar unter Berücksichtigung des Wirtschaftsund Sozialrats oder seiner Zweigstellen, gewinnt langsam an Boden. Ohne das Grundkonzept zu ändern, erklärte sich die Konferenz damit einverstanden, dass sie oder ihr Amt Treffen für diejenigen ONG's, die sich besprechen wollen, einberufen, sie beraten und in bestimmten Fragen mit ihnen zusammenarbeiten wird. Die Konferenz oder das Amt sollte jedoch keine Verantwortung für die Handlungen dieser so gegründeten Gruppen übernehmen. Gegen diese Methode, die bestimmt auch noch weitgreifender angewendet werden kann, vorausgesetzt, dass immer eine klare Kompetenzabgrenzung vorgenommen wird, und zwar zwischen der Konferenz und dem Amt auf der einen Seite, und den Kompetenzen der Handlungsgewalt und der Verantwortlichkeit der zusammenarbeitenden Gruppen oder der Ad-hoc-Komittees der ONG's auf der anderen. (Eine Besprechnung über die Ziele, Objektiven und die strukturelle Organisation der ONG-Konfetenz bei konsultativem Status mit der ECOSOC. II. Generalversammlung der ONG's mit beratendem Status mit der ESCOSOC, Genf 1969, 11/GC/19 S. 9-10).

Vorteile

Die Vorteile in bezug auf diese Techniken sind jedoch bedeutend. Erstens wird die potentielle Gesellschaft sozial anerkannt; sie erhält einen sozialen Charakter, der kategorisiert, diskutiert und verbessert werden kann. Im Augenblick tritt dieser Prozess, der zu der Herauskristallisierung solcher Gruppen führt, nur willkürlich in Erscheinung, ist änderungen unterworfen und sehr unwirksam. (Zur Verzweiflung und zum Schrecken der Mitglieder, wenn sie sich endlich mit ihnen in Verbindung gesetzt haben und feststellen müssen, dass ihre Anstrengung vergeblich war). Es gibt noch kein Informationssystem, das diese Art der Kontaktaufnahme erleichtern könnte. Die einzigen Versuche in dieser Richtung sind Systeme grossen Umfangs, mit grossen Kosten verbunden, hochspezialisiert, profilbezogen und abstrakt. Zweitens kann sie als bestimmte Organisationsform für bisher teilweise oder völlig isolierte Organisationen in Frage kommen, und so die Geschmeidigkeit, das Potential und die Flexibilität der organisierten Tätigkeit erhöhen. Drittens verschwindet bei der Konkretisierung das spärliche Konzept der Gruppe von Körperschaften oder Personen, die sich unter verschiedenen passenden Bedingungen in verschiedenen umgänglichen Formen verbinden könnten, ohne die Notwendigkeit, die Aufmerksamkeit auf bestehende Organisationen richten zu müssen (mit ihrem Hang zum ewigen Fortbestehen, was somit den sozialen Wandel verhindert) und zwar zugunsten der Anerkennung einer Anzahl potentieller Formen, in denen die Ganzheitskomponenten neuen Situationen hilflos gegenüberstehen. So würde ein vernünftiger und dynamischer Rahmen für normale Organisationen gegeben.

Wenn also die Gesellschaft mit Hilfe einer dergestalten Technik einen spezifischen geordneten Komplex bildet, der kurzfristig ausreichend ist für die Sicherheitsansprüche, macht die grosse Wahrscheinlichkeit, dass zu einem späteren Zeitpunkt zu ganz verschieden höheren Ordnungsmustern übergegangen wird, die Zufälligkeitssituation zur Erleichterung des sozialen Wandels und demzufolge die Schaffung neuer Bedingungen unumgänglich. In diesem Zusammenhang muss Prof. Johan Galrung's Meinung zur Wichtigkeit der hohen Entropie für den Weltfrieden: "Somit ist die generelle Formel: Erhöhung der Weltentropie, d.h. Zunahme der Unruhe, der Unordnung, Zufälligkeit, des Unvorhersehbaren, Vermeidung der klaren Darstellung, der vereinfachten Auslegung, dem genau Voraussehbaren, übermässiger Ordnung" genannt werden. Auf eine Formel gebracht scheint dies viel von dem zu sein, was heute gilt als Friedensbemühung und was insbesondere die gesellschaftliche Vielfalt angeht. (Johan Galtung. Entropie und die allgemeine Friedenstheorie. Vorgänge bei der internationalen Friedensforschungsgesellschaft (zweite Konferenz) in Assen, Van Gorcum, 1968 (auch als einzelner Paragraph (5) in "Theories of Peace", zusammengestellt für die UNESCO in Zusammenarbeit mit der IPRA). Mit anderen Worten, wir haben die Möglichkeit, jederzeit grosse soziale Stabilität zu garantieren, jedoch nicht zur Voraussage, wie lange sie anhalten wird.

Oder anders ausgedrückt, wir können von einem fortlaufenden, potentiellen äusserst paradoxen Zustand sprechen, der eine Reihe von sehr unruhigen Ereignissen enthält. Der Vorteil dabei ist, dass Völker und Machtgruppen keine feudalistische Rolle in potentiellen Strukturen übernehmen können (s in diesem Zusammenhang Johan Galtung. Feudalsysteme, strukturelle Gewalt und strukturelle Theorie der Revolution. Vorgänge bei der IPRA (dritte Konferenz) Assen, Van Gorcum, 1971.)

Viertens kann zu einer Zeit, in der ein Bedarf nach verstärkter Teilnahme besteht, die "Société anonyme", als besonderes System, das sich aus der potentiellen Verbindung der Gesellschaften, die sich gegenseitig kennen (d.h. nicht anonym) herauskristallisiert hat, betrachtet werden. So sind diesem System hauptsächlich die vorübergehenden Organisationen, bei denen es teilnimmt, nicht völlig fremd (vorausgesetzt, dass sie aus der gleichen potentiellen Gesellschaftsgruppe stammen) und der Verfremdungseffekt einer normalen Organisation wird somit verringert.

Es muss bemerkt werden, dass in einer potentiellen Gesellschaft die Anzahl der Mitglieder nicht begrenzt ist, und auch nicht der Grad der Unterteilung oder des überschneidens zwischen solchen Gesellschaften (Grenzen, die vielleicht erwähnenswert wären, sind vielleicht die der Gesamtbevölkerung und der Gesamtzahl der Gruppen).

Zwei andere unangenehme Probleme wurden übergangen:

Als natürliche Folgerung können regierungsabhängige und regierungsunabhängige, profitbedachte und solche Organisationen, die keinen Profit machen wollen, zu jedem Zeitpunkt Mitglieder derselben potentiellen Gesellschaft sein. Die Anwendbarkeit eines Bestimmten Programms, die zu einer formellen, informellen oder Ad-hoc-Versammlung führt, würde als "Lebensnotwendigkeit" für die potentielle Gesellschaft in bezug auf politischen oder anderen Zwang auf die Formvorschläge für die bestimmten Zeitabschnitte angesehen werden. Es könnte sehr lehrreich sein, eine Hypothese aufzustellen, was bei einer Schaffung einer potentiellen Gesellschaft aus den vielen tausend Einzelorganen in der UN herauskommen würde. Das gleiche gilt für das ganze regierungsbezogene System und das regierungsunabhängige System, und könnte gleichwohl für die nationale wie auch für die lokale Ebene interessant sein.

Bedeutung für die Vereinten Nationen

Es sollte klar verständlich sein, dass genau diese Art der Methode ein konstantes und sehr hohes, flexibles Mass an Zusammenarbeit bieten würde, das zur Schaffung von einem Höchstmass an Eigenkoordinierungstätigkeit und an Einsatz und Mitarbeit der Mitglieder schaffen würde. Dieser Versuch könnte von der UN katalysiert werden, um die Entwicklungstätigkeit, die Friedensbewegungen und die Verwirklichung der UN-Ziele zu erhöhen. Dies könnte auf lokaler und nationaler Ebene geschehen und zwar da, wo notwendig, um die Zusammenarbeit von Grund auf zu stärken mit der Aussicht auf Weiterentwicklung und übergreifen auf die nationale Ebene und von den entwickelten auf die Entwicklungsländer. Dies kann auch so erreicht werden, ohne dass die UN für die Organisationen, ihre Kontrolle oder für die politischen Hintergründe der gemeinsamen Handlung, welcher Art auch immer, verantwortlich ist, ausser, wenn die Mitwirkung einer Spezialagentur bei einer bestimmten Aktion gerechtfertigt ist. Die Zunahme solcher Tätigkeit sorgt für ein Maximum an Zusammenarbeit mit den untergeordneten, von der UN eingerichteten Stellen und deren Unterstützung. Für Spezifische Vorschläge zum Gebrauch von Computern für die Erleichterung innerund intraorganisatorischer Zusammenarbeit (s. Anthony Judge. Informationssysteme und interorganisatorischer Raum. In: "Annals of the American Academy of Political and Social Science Association, Spezialausgabe (Winter) fur Entwicklung, Winter 1970-71. S. auch "International Organizations and the Generation of the Will to Change: information systems required, Brüssel, Union Internationaler Verbände, 1970 (INF/5).

V. Veränderungen im Regierungssekretariat

Das Problem

Augenblicklich gibt es nicht genügend übereinstimmung für jede grössere wichtige strukturelle Veränderung, die der Erleichterung regierungsunabhängiger Aktionen dienen könnte. Dies trifft hauptsächlich auf die Beziehung zwischen den Organisationen innerhalb des Systems der UN zu, sei es:

Vorschläge

Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der folgenden Vorschläge in einem regierungsabhängigen Sekretariat verwirklicht wird, steht deshalb im umgekehrten Verhältnis zu der Anzahl von Organen, deren Zustimmung erreicht werden muss. Es ist nützlich, einige von ihnen aufzuzählen, wenn sie auch nicht verwirklicht werden können, und zwar als mögliche Richtlinie für die nahe Zukunft, wenn die internationale Selbstgefälligkeit durch die wirtschaftliche und soziale Realität zerstört wird.

1) Vereinfachung der ONG-Aktion.

2. Programminformation

3. Kontakterleichterung innerhalb der ONG

4. öffentlichkeitsarbeit für die ONG's

5) Studien.

6) Zusammenschluss mit der Nationalregierang um die ONG-Tätigkeit zu erleichtern.

7) Zusammenscbluss mit anderen regierungsabhängigen Organen, um die ONG-Tätigkeit zu erleichtern.

VI. Rechtliche Anerkennung von Internationalen, Nichtstaatlichen Organisationen

Man muss die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass internationale, nichtstaatliche Organisationen in den Augen des internationalen Rechtes nicht existieren (ob sie nun profitbedachte, oder nicht auf Profit bedachte Organisationen sind). Rechtlich gesehen sind solche Organisationen "Rechtlose", den Launen der Landesregierung, in der sie sich befinden, oder in der sie ihr Programm verwirklichen wollen, ausgesetzt.

Dieses Problem wurde erstmalig ausführlich von einer Komission zur Untersuchung des Rechtsstatus internationaler Organisationen durchleuchtet, und zwar von dem Institut für Internationales Recht im Jahre 1910. Der Bericht der Kommission wurde von N. Politis anlässlich ihres 50. Jahrestages in Brüssel im Jahre 1923 vorgetragen. ( "Annuaire de l'Institut de Droit International, Vol. 30, Jubiläumssitzung m Brüssel 1923, S. 97-173, 348-381, 385-393 (Sitzung, deren Text im Anhang veröffentlicht wird).) Der Inhalt des Textes dieser Untersuchung wurde einstimmig auf dieser Sitzung befürwortet (s. Anhang, Seite 190); und wurde auf einer Sitzung 1950 abgeändert; s. Anhang).

Ein anderer, früherer Schritt wurde von der Konferenz in Den Haag über "Privates internationales Recht" getan und endete 1956 mit der Einführung einer Tagung, die sich mit der rechtlichen Anerkennung von Firmen, Verbände und ausländischen Gründungen beschäftigte. Das wurde nur von fünf der Mitgliedstaaten der Konferenz befürwortet. Darüber hinaus betrifft es nur die Anerkennung und nicht die Tätigkeit solcher Organe. Die Union der Internationalen Verbände unterbreitete dem Generaldirektor der UNESCO nach vorheriger Rücksprache mit den zuständigen Experten im Mai 1959 einen Text für eine "Tagung mit dem Ziel, die Arbeit der internationalen nichtstaatlichen Organisationen zu erleichtern". Diese Iniative hatte nur zur Folge, dass einige Zollvorschriften, die für die von den der ONG verstandten Güter galten, abgeändert wurden.

Seitdem wurden einige Studien von den FAO'S durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass 1969 von dem Europarat eine Untersuchung angestellt wurde über die Möglichkeit einer Europatagung. Dieses Projekt scheint jedoch in der Zwischenzeit wieder aufgegeben zu sein.

Neuere, ähnliche Aktionen werden innerhalb der Europäischen Gemeinschaften vorgenommen, um eine Gesetzesgebung für eine "europäische (auf Profit bedacht) Kooperation" zu schaffen. Der Ausschuss für Gewerkschaftsrechte auf der Internationalen Arbeitskonferenz 1970 stellte die folgenden Rechte heraus (mit Ausnahme der ersten zwei): Der ICO-Rat wies den Generaldirektor an, weitere umfassendere Studien anzustellen und Berichte über das Recht und die Praxis in bezug auf Gewerkschaften auszuarbeiten. Es scheint, dass solche Initiativen zu weiteren Schritten in Richtung eines internationalen Kongresses ermutigen sollten. Dieser Kongress sollte folgende Fragen behandeln:

Obwohl eine solche Tagung sehr viele bedeutende positive Ergebnisse bringen würde, ist es doch nicht ganz sicher, ob die negativen Konsequenzen einer zu starren und diskriminierenden Tagung nicht mehr schaden als nützen würden. Man sollte Erfahrungen untersuchen, die in Belgien gemacht wurden. Es ist immer noch das einzige Land, das eine Sondergesetzregelung hat, die den internationalen Körperschaften Anerkennung und Räumlichkeiten zugesteht (Gesetz vom 25.10.1919) und später (Gesetz vom 6.12.1954) auf philantrophischer, religiöser und anderer Ebene ausgedehnt wurde (s. Anhang Seite 186).

Ein damit verbundenes ähnliches Problem ist das des Rechts und der Pflichten der Angestellten von internationalen regierungsunabhängigen Organen, inbesondere in bezug auf Reisedokumente, Wohnvoraussetzungen, Steuer, soziale Versicherungen und Pensionsansprüche. Ehe eine angemessene Arbeitssicherheit den Mitarbeitern der ONG's zugestanden werden kann, ist es ihr nicht möglich, passende Mitarbeiter anzuziehen oder auszusuchen.

VII. Soziale Anerkennung

Das allerwichtigste ist vielleicht, ihr soziale Bedeutung zu geben, und zwar in allen Gesellschaftsschichten, und in Gruppen und Organisationen, die ihren Ursprung weder in der Regierung, noch in der Wirtschaft haben.

Im Zusammenhang mit der UN sollte das so vor sich gehen, dass Data über die Zahl und Vielfalt der sozialen Gruppen auf lokaler und nationaler Ebene in jedem Land gesammelt und in den verschiedenen statistischen Jahrbüchern veröffentlicht wird. Wie solche Studien über Einzelpersonen (demographisches Jahrbuch, doch viel ausführlicher), Museen, Schulen, Zeitungen, Kinos, etc. (statistisches Jahrbuch der UNESCO), Krankheiten (WHOund FAO-Jahrbücher), etc. gemacht werden. Dies sollte dazu beitragen, dass die Aufmerksamkeit auf die Funktion dieses grossen Organisationsnetzes als eine noch unerforschte Hauptquelle für die Unterstützung der sozialen und kulturellen Entwicklung gelenkt wird.

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